Was macht eigentlich…..? – Teil 3: Michael Hengst

Nachdem wir uns in den ersten beiden Episoden von “Was macht eigentlich…..?” bereits ausführlich mit den beiden Spiele-Tester Urgesteinen  Boris Schneider-Johne und   Heinrich Lenhardt befasst haben, wollen wir euch diesmal einen nicht minder charismatischen Weggefährten, der selben Ära, etwas genauer vorstellen – die Rede ist von Michael Hengst.

Der nach eigenen Aussagen grösste Mario Hasser der Welt, begann seine Karriere als Fach-Journalist allerdings höcht unkonventionell und unterscheidet sich somit nicht nur optisch deutlich von den beiden oben genannten Koriphäen. Auf Anraten seiner Eltern absolvierte Hengst nach der Schule erstmal eine “anständige” Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei einem Fachbetrieb für Farben, Tapeten und Bodenbeläge. Anschliessend war er dann für kurze Zeit in einem grossen Baumarkt als Einkäufer tätig und es deutete zu diesem Zeitpunkt eigentlich nichts darauf hin, daß er nur wenig später zu einem der Mitbegründer der deutschsprachigen Computer- und Videospiele Berichterstattung (wie wir sie heute kennen) werden sollte. Aber eins nach dem anderen..

Die private Begeisterung für elektronische Spiele (vor allem das Genre der Rollenspiele hatte es ihm angetan) sollten Michael nun endlich dazu veranlassen, seinen weiteren Werdegang deutlich in diese Richtung zu lenken. Nach dem kurzen Intermezzo in der Baustoff Branche arbeitete er zunächst als Verkäufer in einem Hamburger Geschäft für Computer Software (u.a. führte der Laden natürlich auch Spiele). Hier muss ihn dann wohl endgütlig das Spiele-Virus infiziert haben. Schliesslich dauerte es daraufhin nicht mehr lange, und er bewarb sich bei dem neu gegründeten Multiformat Magazin Power Play als Spiele-Redakteur und er wurde aufgrund seines fundierten Wissens über Rollenspiele und seiner flotten Schreibweise auch prompt engagiert.

Der Sympathieträger Michael Hengst war daraufhin etliche Jahre für die legendäre Power Play (zeitweise sogar als Chefredakteur) und das spätere Tochter-Magazin Videogames tätig. Ich erinnere mich noch gut an seine launigen Rezensionen und seine teilweise bissigen Kommentare zu einigen Super Mario Episoden. Seine Abneigung gegenüber Nintendos Vorzeige-Klempner (die ich nicht im vollen Umfang teilen kann), habe ich ja bereits erwähnt. Nachdem er sich allerdings mit der damaligen Verlagsleitung endgültig überworfen hatte, zog es ihn auf die andere Seite der Branche, nämlich in Richtung Spiele-Entwicklung und Produktion.

In seinen frühen Jahren als Entwickler werkelte er u.a. an so bekannten Spielen wie Buck Rogers (PC, 1992), Wizardry 7 (PC, 1992) und Landstalker (Mega Drive, 1994), jeweils in verschiedenen Funktionen. Später heuerte er beim österreichischen Spiele Publisher JoWooD an und kümmerte sich hier um Titel wie Future Tactics (Multiformat, 2004), Ski Racing 2006 (Multiformat 2006) oder Panzer Elite Action (Multiformat, 2005). So verwundert es auch nicht, dass Michael Hengst bis heute als unabhängiger Spiele-Entwickler erfolgreich für verschiedene Firmen tätig ist. Der verrückten Zeit als Journalist trauert er zwar nach eigenen Aussagen ein wenig nach, aber mittlerweile ist er angesichts der kritischen Situation der Print-Medien heilfroh über seinen Schritt in Richtung Entwicklung von Computer- und Videospielen. Ich mochte Michaels Schreib-Stil auf jeden Fall immer sehr und seine witzigen Resumes brachten mich oft zum Schmunzeln. Umso trauriger ist es, dass er der schreibenden Zunft bis heute den Rücken gekehrt hat.

Weitere Infos zu Michael Hengst findet ihr unter:

www.kultboy.com (Interview von 2008)

www.spieleentwickler.org (kurzer Steckbrief)

www.tane-uma.de (private Hompage der Hengsts)

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2 Antworten to “Was macht eigentlich…..? – Teil 3: Michael Hengst”

  1. […] Richard Garriott, Michael Hengst, Trip Hawkins, David Swofford. Weitersagen:E-Mail This entry was posted in Podcast and tagged […]

  2. Some genuinely nice stuff on this website , I love it.

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