Was macht eigentlich…..? – Teil 1: Boris Schneider-Johne

Beim Blättern in alten Spielezeitschriften und dem Lesen der launigen Rezessionen der damaligen Redakteure, kam mir die Idee zu einer neuen Serie für Retovideogames mit dem Namen, „Was macht eigentlich……?“.

In der Frühzeit der Spiele Branche steckte die Berichter-stattung in den Medien, genau wie die ganze Industrie, noch merklich in den Kinderschuhen. Die Redakteure der wenigen Zeitschriften setzten sich grösstenteils aus „Nerds“ der ersten Stunde und leidenschaftliche Spielern zusammen. Aber genau dieser Enthusiasmus und die ehrlich gemeinte Begeisterung machten meiner Meinung nach den Unterschied zur heutigen, doch recht interessengesteuerten und von der Industrie vereinnahmten Berichterstattung aus. Das Hobby der elektronischen Spiele im Allgemeinen stellte zu dieser Zeit definitiv eine Randerscheinung dar und es versprühte, speziell für mich, den Reiz einer neuen und frischen Jugendbewegung. In der ersten Folge unserer neuen Serie möchte ich euch deshalb eines DER Urgesteine des deutschen Computer- und Videospiele Journalismus vorstellen – Boris Schneider-Johne.

Viele unter euch dürften den damals noch sehr milchgesichtigen Spieletester Boris Schneider (wie er damals noch hiess) wohl am ehesten als leitenden Redakteur und Mitbegründer des mittlerweile leider eingestellten Multiformat Magazins Power Play her kennen. Allerdings begann die steile Karriere des vielseitig begabten Multitalents Boris Schneider-Johne bereits in den frühen Achtziger Jahren. Damals arbeitete er zusammen mit einem Schulfreund an einem Schnell-Lade Programm für den C64 namens Hypra Load, das er wenig später dem damals recht erfolgreichen Spielemagazin Happy Computer zur Verfügung stellte.

Das war quasi die Initialzündung für seine weitere Karriere in der Spiele Branche. Nach weiteren selbst gebastelten Programmen und Artikeln als freier Redakteur, landete er wenig später als fester Mitarbeiter in der Redaktion von so namhaften Zeitschriften wie dem 64ér Magazin und der bereits oben genannten Happy Computer. In dieser Zeit lernte er auch seinen späteren Weggefährten und kongenialen Kollegen Heinrich Lenhardt kennen, mit dem er in den weiteren Jahren noch etliche Male sehr erfolgreich zusammenarbeiten sollte (mehr zu Heinrich Lenhardt erfahrt ihr in der nächsten Folge von „Was macht eigentlich?“).

Weniger bekannt ist allerdings, daß Schneider-Johne in den Jahren darauf, als er bereits Mitglied des Gründungs-Teams der neuen Zeitschrift Power Play geworden war (1990), einer der führenden Köpfe hinter der deutschen Übersetzung von so denkwürdigen Point-and-Click Adventures wie Maniac Mansion, Zak Mc Kracken oder Monkey Island (Teil 1 und 2) gewesen ist. Er war maßstäblich dafür verantwortlich, daß vor allem die Monkey Island Reihe auch hierzulande mittlerweile zu Recht absoluten Kultstatus erreicht hat.

Genau in dieser Zeit verabschiedete sich Boris Schneider-Johne kurzzeitig aus der Medienlandschaft und arbeitete daraufhin als Leiter der deutschen Marketing- und Übersetzungsabteilung von Lucasfilm Games (heute Lucasarts) und u.a. als Produzent für den deutschen Publisher Rainbow Arts (u.a. Vertreiber der Turrican Reihe). Nach diesem kurzen Intermezzo in der Spiele-Industrie kehre Boris allerdings schnell wieder zurück in die schreibende Zunft und war in den nächsten Monaten und Jahren zum Beispiel für das Sega exklusive Magazin Gamers und natürlich die legendäre Power Play, als freier Redakteur tätig. Zu Beginn der Neunziger Jahre gründete er dann zusammen mit Heinrich Lenhardt das erfolgreiche PC Spiele-Magazin PC Player, das er bis 1996 an die Spitze der Beliebtheits-Skala, der Leser führte.

Danach hatte er allerdings endgültig die Schnauze voll von den immer gleichen Spieletests und der wachsenden Kommer-zialisierung der Branche und verabschiedete sich endgültig in Richtung der Hersteller, nämlich zu Microsoft. Hier ist er seit dieser Zeit erfolgreich als Produkt Manager für die Xbox Serie in Deutschland (Xbox und Xbox 360) tätig.

Ich hoffe euch hat unser erster Ausflug in die Geschichte der Computer- und Videospiele Berichterstattung gefallen und ihr freut euch bereits auf die nächsten Teile dieser Serie. Hinter-lasst uns doch einfach einen Kommentar im Gästebuch oder meldet euch kostenlos in unserem Forum an und schreibt uns, was ihr an dieser Stelle in Zukunft lesen wollt und welche, eurer Meinung nach einflussreichen Spieletester Erwähnung finden sollten.

Weitere Infos zu Boris Schneider-Johne findet ihr unter:

www.dreisechzig.net (Weblog)

www.kultboy.com (Interview mit Boris)

3 Antworten to “Was macht eigentlich…..? – Teil 1: Boris Schneider-Johne”

  1. Schöne Idee. Freue mich auf die nächsten Teiile🙂

  2. feydbraybrook Says:

    Noris Schneider… auch mal einer, der „Thing on a spring“ auf dem C64 mochte. Damals merkte ich: nicht nur Rockbands eignen sich zum Fankult. Nach dem Erwachsenwerden änderte sich das natürlich, aber ein wenig stolz bin ich schon darauf, dass ich als 15-jähriger „etwas“ andere Idole hatte als meine Klassenkameraden…😉

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