Was macht eigentlich…..? – Teil 2: Heinrich Lenhardt

Nachdem ich euch im ersten Teil unserer „Was macht eigenlich….?“ Reihe das Branchen-Urgestein  Boris Schneider-Johne vorgestellt habe (der mittlerweile als Produkt Manager für die Xbox Reihe bei Microsoft tätig ist) sollten fachkundige Retrogamer eigentlich bereits geahnt haben, welcher gleichermassen renommierte Spieleredakteur dieses Mal unsere Beachtung finden wird.

Die Rede ist natürlich von keinem Geringeren als Heinrich Lenhardt, dem langjährigen Weggefährten und Kollegen von Boris Schneider-Johne. Auch Lehnhardt wusste bereits in sehr Jungen Jahren, daß seine weitere berufliche Planung fest mit der Spielebranche verbandelt sein würde. Nachdem er in den frühen 80er Jahren bereits einige Artikel und Tests für das beliebte Commodore Magazin 64ér verfasst hatte, packte ihn das Spielefieber dermassen, daß er einige Jahre später, nämlich 1984, bereits hauptberuflich beim Heimcomputer Magazin Happy Computer als Redakteur anheuerte. Kurz darauf wurde Heinrich sogar die Fachverantwortung für den noch recht überschaubaren Spiele-Teil übertragen, in dem hauptsächlich Titel für die damals erhältlichen Computer-Systeme (u.a. C64, Schneider (bzw. Amstrad) CPC oder Atari 400/800) vorgestellt wurden.

Anfang der 90er Jahre, als sich ein Sonderheft der Happy Computer namens Power Play bereits nach kurzer Zeit grösster Beliebtheit erfreute, entschloss sich der damalige Markt & Technik Verlag folgerichtig dazu, aus eben dieser Powerplay ein eigenständiges Magazin zu machen, welches sich nicht nur mit Spielen für Heimcomputer, sondern auch für die zum damaligen Zeitpunkt erhältlichen Spielekonsolen befassen sollte. Dies war die Geburtsstunde eines der ersten (und erfolg-reichsten) Multiformat Magazine im deutschsprachigen Raum. Heinrich Lenhardt, der erste Chefredakteur der Powerplay, hatte einen grossen Anteil an dem Erfolg dieser langlebigen Zeitschrift und begeisterte die Leser mit seiner frischen und witzigen Art zu schreiben. Gefallen haben mir vor allem seine zynischen und teilweise bissigen Kommentare zu misslungenen Titeln, die in dieser unverblümten Art wohl heute nicht mehr abgedruckt werden würden. Damals war die Spielewelt eben noch in Ordnung…

Nach einigen Unstimmigkeiten mit der Verlagsleitung entschied sich Lenhardt aber bereits 1992 dazu, lieber als freier Redakteur für verschiedene Zeitschriften, wie die  Videogames, das Sega exklusive Magazin Gamers oder die PC Review zu arbeiten. Und erneut kam es zu einer Zusammenarbeit mit seinem alten Freund und Kollegen Boris Schneider-Johne, mit dem zusammen er wenig später das neue PC Spiele-Magazin PC Player gründen sollte. Dank dieser bereits kampferprobten Kooperation mauserte sich diese Zeitschrift in den Jahren darauf zum beliebtesten und meist verkauften PC Magazin Deutschlands und erschien bis Ende 2001 regelmässig einmal im  Monat.

Bereits vor dem jähen Ende der PC Player (1998) entschied sich Lenhardt allerdings, Deutschland den Rücken zu kehren und erneut als freier Redakteur und Auslandskorrespondent zuerst in den USA und später in Kanada für verschiedene Zeitschriften tätig zu sein (z.B. die Gamepro). Nach seiner kurzfristigen Rückkehr nach Deutschland, wo er unter anderem die Leitung des Massive Multiplayer Online Game Portals buffed.de übernahm, erklärte Heinrich 2008 ein für alle Mal das Ende seiner Wanderjahre und entschloss sich endgültig dazu, nach Vancouver (Kanada) auszuwandern. Aktuell ist Lenhardt nach wie vor für das oben genannte Internet Portal tätig und beglückt uns weiterhin mit seinen Artikeln und Berichten zu Neuerscheinungen im Bereich der Online Spiele.

Für mich zählt Heinrich Lenhardt neben Boris Schneider-Johne zu einem der wichtigsten Wegbereiter für die deutschsprachige Computer- und Videospiele Berichterstattung. Dank seiner launigen und stets kritischen Artikel, blättere ich bis heute immer wieder gerne in alten Zeitschriften und amüsiere mich köstlich über die eine oder andere Spielegurke aus vergangenen Zeiten. Wenn ihr jetzt ebenfalls Lust bekommen habt, wieder mal in einer der oben genannten Magazine zu schmökern, dann kann ich euch nur wärmstens die beiden Online Portale http://www.kultpower.de und http://www.kultboy.com ans Herz legen. Hier findet ihr zahlreiche Spieletests (in Form von Scans) aus legendären Zeitschriften wie der Powerplay oder der ASM.

Weitere Infos zu Heinrich Lenhardt findet ihr unter:

www.lenhardt.net (Weblog)

Lenhardt bei Twitter

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