Lone Survivor

Aktuelle Konsolen und PCs werden ja immer wieder von regelrechten 3D-Survival-Horror-Wellen überrollt. Kein System, das sich auf dem Markt behaupten will, kommt heutzutage ohne Spiele wie Resident Evil oder Dead Space aus. Umso mehr waren wir daher gespannt, als wir kürzlich auf das Indie-Spiel Lone Survivor aufmerksam wurden. Lone Survivor gehört zur seltenen Spezies der 2D-Horror-Adventures. Also einem Genre, das bereits zu seeligen 2D-Zeiten (und gerade heutzutage) äusserst rar war. Viel Spaß nun bei unserem kleinen Game-Check:

Tag 1

Ihr erwacht nach einer schlaflosen Nacht in einem dunklen Zimmer. Einer der wenigen Orte eines großen Hauses, in dem ihr euch einigermaßen sicher fühlen dürft. Die Erinnerungen, die Ihr noch habt, sind wenig nützlich. Ihr wisst nur eins mit Sicherheit: Die Atemschutzmaske, die ihr tragt, ist die einzige Lebensversicherung gegen die Seuche, dir ihr wohl als einer der wenigen überlebt habt. Wie es dazu kam und was zu dieser Katastrophe führte, müsst Ihr im Laufe des Spiels selbst herausfinden.

Das ist allerdings einfacher gesagt, als getan, denn der ständig nagende Hunger, der Schlafmangel und nicht zuletzt verwirrende Tagträume machen es zunehmend schwieriger, Realität und Fiktion auseinanderzuhalten. Aber Aufgeben kommt nicht in Frage! Anfänglich nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet macht Ihr euch auf, um herauszufinden, was zu dem Schlamassel geführt hat, in dem ihr euch augenblicklich befindet.

Ihr erkundet Raum für Raum des mysteriösen Hauses und findet dabei nützliche Hinweise und Gegenstände. Nicht selten trefft ihr dabei auf entstellte Kreaturen, die euch nach dem Leben trachten. Um zu Überleben ist es meistens sinnvoller Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. So könnt ihr euch vor vielen Gegnern verstecken oder Ihr lenkt die Ungeheuer aber mit geschickt platzierten Fleischbrocken ab, auf die sich die Höllenbrut gierig stürzt. Später kommt ihr aber nicht umhin, die zahlreich erscheinende Zombiebrut ordentlich mit Blei vollzupumpen.

Schon bald werdet Ihr feststellen, dass das Gebäude, welches Ihr erkundet, einem wahren Irrgarten gleicht. Ständig entdeckt Ihr neue Durchgänge und Wege oder müsst euch via Teleporter-Spiegeln an entfernte Räumlichkeiten begeben. Zunehmend wird es somit schwieriger, nicht die Orientierung zu verlieren.

Zu dieser Orientierungslosigkeit trägt nicht zuletzt die simpel gestaltete Umgebungsgrafik bei, die es euch zusätzlich erschwert, die Räumlichkeiten anhand von optischen Merkmalen zu unterscheiden. Ein Auto-Mapping, wie es in aktuellen Spielen üblich ist, werdet ihr vergeblich suchen. Nicht selten landet man bei seinen Erkundungen so in Räumen, in denen man zuvor bestimmt schon x-mal unterwegs war. Andererseits ist es aber oft notwendig, bestimmte Räume mehrfach zu besuchen, um an Gegenstände oder Hinweise zu gelangen.

Pixelhölle

Vor allem der für dieses Genre ungewöhnliche Grafikstil ist es, der Lone Survior so besonders macht. Durch die pixelige Optik (egal in welcher Auflösung Ihr spielt) wirkt das Spiel oftmals so, als würdet ihr eher auf einem C64 spielen, als auf einem aktuellen PC. Und so blöd es auch klingt, genau das macht dieses Spiel so spannend. Mit gut gemachten Horror-Games, ist es wie bei spannenden Filmen. Oft erschreckt ihr euch eher vor dem, was ihr nicht sieht, als vor derben Splatter-Szenen. Der eigentliche Horror spielt sich in eurem Kopf ab und so wirken die pixeligen Kreaturen mindestens genauso schockierend, wie die schlurfenden Zombies in Resident Evil. Lasst euch von der Retro-Grafik also nicht täuschen. Das Spiel ist definitiv nichts für Kinder oder Leute mit schwachen Nerven. Die unheimliche Sounduntermalung trägt einen grossen Teil zur gelungenen Atmosphäre bei. Sie bleibt dabei angenehm unaufdringlich und beschränkt sich grösstenteils auf verstörende Hintergrundgeräusche.

Technik-Check

Man fragt sich allerdings schon, wie ein minimalistisches Spiel wie Lone Survivor, nach einen PC mit mind. 2 GB RAM, sowie einem flotten Singlecore-Prozessor als Minimalvoraussetzung verlangt. Ich habe das Spiel für diesen Bericht auf meinem Netbook mit 2 GB RAM und Intel Atom Prozessor (1,8 GHz) installiert und es spielte sich äußerst zäh. Meiner Einschätzung nach wäre ein Spiel dieser Machart von einem erfahrenem Programmierteam seinerzeit auch auf einem Amiga realisierbar gewesen. Das Handling ist zudem etwas gewöhnungsbedürftig, da ausschließlich mit der Tastatur navigiert wird. Gamepadverwöhnte Spieler müssen sich hier also umstellen. Nach kurzer Eingewöhnungszeit geht die Steuerung aber gut von der Hand.

So what?

Kommen wir also zum Gesamturteil – Lone Survivor ist ein spannendes Spiel, das trotz oder gerade wegen seines Minimalismus äusserst spannend daher kommt. Mich hat es auf jeden Fall für einige Stunden an den PC gefesselt. Wie bereits erwähnt, hat mich die erschwerte Orientierung ein wenig genervt. Die fragwürdige Entscheidung der Entwickler, nur einen Save-Stand anlegen zu können (und das auch nur in einem bestimmten Raum) ist zudem ärgerlich. Aber egal – Für gerade mal 10 Euro bekommt ihr ein Survival-Horror-Spiel der aussergewöhnlichen Art geboten, das nicht nur für Retro-Gamer interessant ist. Ich persönlich hätte mir das Spiel allerdings noch mit einer schönen Verpackung und einer Anleitung gewünscht. Aber das ist sicher Geschmackssache. Bisher gibt es Lone Survivor nämlich nur als kostenpflichtigen Download bei www.lonesurvivor.co.uk

2 Antworten to “Lone Survivor”

  1. Erst mal ein Lob an den Webmaster…cooler Spiele Blog…und auch der Artikel ist wirklich sehr informativ…danke

  2. Ich werde mich nach diesem kleinen aber feinen Testbericht sofort auf die Suche nach dieser Perle machen.

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