Aus für LucasArts

Für die einen kam es völlig überraschend, für andere war dieser Schritt längst überfällig. Die Traditions-Spieleschmiede LucasArts schließt ihre Pforten.

Wie der neue Firmeneigner, der Mediengigant Disney, diese Woche verlauten ließ, wurden nahezu alle 200 LucasArts-Mitarbeiter entlassen und die Projekte, die sich aktuell noch in Arbeit befanden („Star Wars 1313“ und „Star Wars First Assault“), wurden gestoppt. Ob diese Titel jemals fertig gestellt werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut ungewiss. Der Konzern will sich in Zukunft vor allem um die wesentlich lukrativere Vermarktung und Lizenzierung der hauseigenen Marken kümmern.

Aber wie konnte es soweit kommen? LucasArts (früher Lucasfilm Games) galt Ende der 80er und Anfang der 90 als Garant für innovative und qualitativ hochwertige Spiele. Zu den absoluten Klassikern des Entwicklers zählen so geniale Point-and-Click-Adventures wie Maniac Mansion, Monkey Island oder Day of the Tentacle und das ist nur eine kleine Auswahl. Auch die Weltraum-Flugsimulation X-Wing (MS-DOS) und ihre Nachfolger boten damals hervorragende Unterhaltung, nicht nur für Star-Wars-Fans.

lucasarts_logo_death

Die ruhmreichen Zeiten liegen allerdings schon viele Jahre zurück und LucasArts konzentrierte sich in den vergangenen Jahren fast ausschließlich um die Entwicklung von neuen Spielen im Star-Wars-Universum. Leider enttäuschten Spiele wie Star Wars: The Force Unleashed oder das groß angekündigte MMORPG Star Wars – The Old Republic auf ganzer Linie und man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass LucasArts die Jedi-Kuh maximal melken wollte und die Qualität der fertigen Produkte eine nur untergeordnete Rolle spielte. Die Folge war eine Reihe von mittelmäßigen Spielen, die weit hinter ihren Erwartungen zurück blieben. Dies spiegelte sich auch in den rückläufigen Verkaufszahlen wieder.

So kam der Schritt des neuen Mutterkonzerns Disney, das Entwicklerstudio zu schließen, für Branchenkenner nicht ganz so überraschend. Natürlich ist es schade, dass es wohl nie wieder ein Point-and-Click-Adventure mit dem LucasArts-Logo geben wird, aber daran war auch in den vergangenen Jahren nicht zu denken.

Ich würde mir persönlich wünschen, dass der einstige Kopf hinter Monkey Island, Ron Gilbert, nun endlich eine neue Chance erhält und an einer neuen Episode seines Piraten-Epos werkeln darf. Das Ron durchaus Interesse daran hätte, sich um die Fortsetzung der Monkey-Island-Reihe zu kümmern, hat er uns letztes Jahr selbst verraten (nachzulesen in unserem Interview). Die Chancen für solch ein Projekt stehen zum jetzigen Zeitpunkt zwar denkbar schlecht, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: