Archive for the Meinung Category

Mega Drive / Genesis: Collected Works

Posted in by Retrozocker, Meinung on 22. November 2014 by Retrozocker

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, sind wir große Fans von altmodischen Druckerzeugnissen aller Art. Natürlich haben es uns hierbei besonders Zeitschriften und Bücher angetan, die sich inhaltlich in irgendeiner Form mit dem Thema Retro-Gaming befassen.

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Um ein ganz besonderes Exemplar dieser Gattung handelt es sich bei dem kürzlich erschienenen Buch Mega Drive / Genesis: Collected Works, des englischen Autors Keith Stuart. Der Schmöker, in dem sich alles um Segas legendäre 16-Bit-Konsole dreht, macht mit seinem Hardcovereinband und den zahlreichen Illustrationen / Artworks einen sehr hochwertigen Eindruck. Aber keine Angst, natürlich kommt auch das geschriebene Wort nicht zu kurz. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die interessanten Interviews und Kommentare von ehemaligen Branchengrößen wie David Perry (Gründer von Shiny Entertainment) oder Yū Suzuki (Erfinder von Space Harrier, Out Run, uvm.). Um an diesem Buch Spaß zu haben, solltet ihr der englischen Sprache allerdings schon mächtig sein.

Der Preis von £ 35 ist angesichts der gebotenen Qualität und des großen Umfangs (350 Seiten) absolut gerechtfertigt. Wer noch ein passendes Weihnachtsgeschenk für seinen spieleverrückten Freund oder Partner/in sucht, klickt auf readonlymemory.vg

Buchtipp

Posted in by Retrozocker, Meinung on 13. März 2014 by Retrozocker

Wer sich auf die Suche nach deutschsprachiger Fachliteratur zum Thema Computer- und Videospiele begibt, hat es nicht leicht. Mal abgesehen vom GAMEplan-Verlag und seinen sporadischen Veröffentlichungen, ist man da hierzulande fast ausschließlich auf Fan-Projekte angewiesen. An sich eine feine Sache, aber leider schwanken diese Publikationen doch erheblich in Sachen Aufmachung und Informationsgehalt.

Ein positives Beispiel zum Thema „Fachliteratur von Fans, für Fans“ ist der inoffizielle Game & Watch Sammlerkatalog. Die beiden österreichischen Autoren, David Gschmeidler und Gerhard Meyer, befassen sich nach eigenen Aussagen bereits seit frühester Kindheit mit Videospielen.

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Ganz besonders angetan hat es den beiden aber die LCD-Spielereihe von Nintendo, die zwischen 1980 und 1991 unter dem Namen „Game & Watch“ erschien. Eine dieser piepsigen Daddelkisten dürfte sicher jeder von euch schon mal in der Hand gehabt haben. In dem über 200 Seiten starken Buch erfahrt ihr nicht nur alles wissenswerte über die Entstehungsgeschichte dieser frühen Handhelds, vielmehr enthält das Werk auch eine kurze Beschreibung und Bewertung zu jedem, jemals erschienenen G&W-Spiel.

Besonders gut gefällt mir an diesem Buch das augenschmeichelnde Layout und die zahlreichen (natürlich farbigen) Fotos. Ein wirklich tolles Nachschlagewerk für Retrogamer der ersten Stunde. Die Softcover-Variante gibts auf der Webseite der Macher für 39,95 Euro. Wer etwas Besonderes haben möchte, legt sich aber die auf 500 Stück limitierte Hardcover-Ausgabe zu. Die kostet dann allerdings auch 59,95 Euro.

Die letzten Spielhallen – Teil 4

Posted in by Retrozocker, Meinung on 20. Juli 2013 by Retrozocker

Bei meinem diesjährigen Urlaub in Englands Hauptstadt London, wollte ich mich erneut selbst davon überzeugen, ob die Spielhallen-Kultur, wie es sie früher einmal gab, mittlerweile wirklich komplett ausgestorben ist.

Zum Glück noch nicht ganz, wie ich euch jetzt schon einmal verraten möchte. In London gibt es tatsächlich noch ein paar kleine Refugien, in denen Retro-Gamer in Nostalgie schwelgen dürfen. So zum Beispiel in der Namco-Arcade, gleich neben Europas größtem Riesenrad – London Eye. Hier stehen noch eine Handvoll Spielgeräte, wie zum Beispiel zwei nette OutRun-Cabinets, oder ein Guitar-Hero-Automat, den ich natürlich gleich mal testen musste. Der eigentliche Fokus in dieser Spielhalle liegt aber deutlich auf Glücksspielautomaten und anderen Freizeitaktivitäten, wie Bowling oder Billard.

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Hier stehen tatsächlich auch eine Reihe aktuellerer Spielautomaten, wie Segas Lightgun-Ballerei Rambo, oder die Renn-Simulation zur Film-Reihe „The Fast and the Furious“. Richtig Spaß gemacht hat mir aber vor allem der Automat zum Film „Terminator Salvation“ (von 2009), samt der dicken Plastik-Wumme. Natürlich dürfen aber auch in dieser Spielhalle die einarmigen Banditen nicht fehlen, oder die obligatorischen Greifautomaten, mit denen man sich für ein paar Münzen und mit ein wenig Geschick, niedliche Plüschtiere schnappen kann. Alles in allem natürlich keine Offenbarung, aber immer noch wesentlich mehr, als man hierzulande in Sachen Spielhalle erwarten darf.

Natürlich habe ich euch hierzu auch wieder ein kurzes Video online gestellt. Viel Spaß dabei!

Aus für LucasArts

Posted in by Retrozocker, Meinung on 6. April 2013 by Retrozocker

Für die einen kam es völlig überraschend, für andere war dieser Schritt längst überfällig. Die Traditions-Spieleschmiede LucasArts schließt ihre Pforten.

Wie der neue Firmeneigner, der Mediengigant Disney, diese Woche verlauten ließ, wurden nahezu alle 200 LucasArts-Mitarbeiter entlassen und die Projekte, die sich aktuell noch in Arbeit befanden („Star Wars 1313“ und „Star Wars First Assault“), wurden gestoppt. Ob diese Titel jemals fertig gestellt werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt absolut ungewiss. Der Konzern will sich in Zukunft vor allem um die wesentlich lukrativere Vermarktung und Lizenzierung der hauseigenen Marken kümmern.

Aber wie konnte es soweit kommen? LucasArts (früher Lucasfilm Games) galt Ende der 80er und Anfang der 90 als Garant für innovative und qualitativ hochwertige Spiele. Zu den absoluten Klassikern des Entwicklers zählen so geniale Point-and-Click-Adventures wie Maniac Mansion, Monkey Island oder Day of the Tentacle und das ist nur eine kleine Auswahl. Auch die Weltraum-Flugsimulation X-Wing (MS-DOS) und ihre Nachfolger boten damals hervorragende Unterhaltung, nicht nur für Star-Wars-Fans.

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Die ruhmreichen Zeiten liegen allerdings schon viele Jahre zurück und LucasArts konzentrierte sich in den vergangenen Jahren fast ausschließlich um die Entwicklung von neuen Spielen im Star-Wars-Universum. Leider enttäuschten Spiele wie Star Wars: The Force Unleashed oder das groß angekündigte MMORPG Star Wars – The Old Republic auf ganzer Linie und man konnte sich dem Eindruck nicht erwehren, dass LucasArts die Jedi-Kuh maximal melken wollte und die Qualität der fertigen Produkte eine nur untergeordnete Rolle spielte. Die Folge war eine Reihe von mittelmäßigen Spielen, die weit hinter ihren Erwartungen zurück blieben. Dies spiegelte sich auch in den rückläufigen Verkaufszahlen wieder.

So kam der Schritt des neuen Mutterkonzerns Disney, das Entwicklerstudio zu schließen, für Branchenkenner nicht ganz so überraschend. Natürlich ist es schade, dass es wohl nie wieder ein Point-and-Click-Adventure mit dem LucasArts-Logo geben wird, aber daran war auch in den vergangenen Jahren nicht zu denken.

Ich würde mir persönlich wünschen, dass der einstige Kopf hinter Monkey Island, Ron Gilbert, nun endlich eine neue Chance erhält und an einer neuen Episode seines Piraten-Epos werkeln darf. Das Ron durchaus Interesse daran hätte, sich um die Fortsetzung der Monkey-Island-Reihe zu kümmern, hat er uns letztes Jahr selbst verraten (nachzulesen in unserem Interview). Die Chancen für solch ein Projekt stehen zum jetzigen Zeitpunkt zwar denkbar schlecht, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die letzten Spielhallen – Teil 3

Posted in by Retrozocker, Meinung on 23. Februar 2013 by Retrozocker

Bereits 2011 hatten wir das große Vergnügen, die Spielhalle des RetroGames e.V. in Karlsruhe zu besuchen. Nachdem wir bereits damals schwer begeistert waren, hat es uns nun erneut in den Fingern gejuckt, endlich wieder ein paar Runden Frogger, Donkey Kong, Pac-Man und Co. zu zocken.

Wie schon bei unserem ersten Besuch, waren die Vereinsmitglieder des RetroGames e.V. so nett, uns einen exklusiven Blick in ihre Clubräume werfen zu lassen, die man als „normaler“ Besucher ansonsten nicht zu Gesicht bekommt. In dem Nebenzimmer des Vereins stehen ein paar ganz spezielle Automaten, die entweder noch auf Ihre Restaurierung warten, oder einfach momentan in der eigentlichen Arcade keinen Platz mehr gefunden haben (wie der Poly-Play, der einzige Spielautomat der DDR). Vielen Dank noch mal hierfür.

In der eigentlichen Arcade stehen ungefähr siebzig klassische Spielautomaten und Flipper, aus verschiedenen Zeitperioden. Angefangen bei Space Invaders, aus dem Jahre 1978, bis zu relativ neuen Geräten, wie Terminator 2 oder House of the Dead, aus den frühen 90ern. Wie immer waren fast alle Automaten spielbereit und man merkt deutlich, dass sich die Vereinsmitglieder große Mühe geben, die Geräte in einem guten Zustand zu halten.

karl_retro_1Natürlich wurden alle Automaten auf Freeplay eingestellt, sodass sich die Besucher frei durch das gesamte Sortiment zocken dürfen, ohne zuvor ihren Geldspeicher plündern zu müssen. Den Eintritt von gerade mal 3 Euro nimmt man da sicherlich gerne in Kauf. Bei Interesse, kann man sich bei jedem Automaten zusätzlich ein entsprechendes Infoblatt durchlesen und erfährt hier interessante Fakten zum Gerät, wie zum Beispiel das Erscheinungsdatum, die Entstehungsgeschichte und vieles mehr. Das hat fast schon Museumscharakter.

Aber nicht nur wegen der Automaten lohnt sich die Fahrt nach Karlsruhe. Fast jeden Samstag legt ein DJ beste 80er-Jahre-Mucke auf, was das Retro-Feeling nahezu perfekt macht. Schließt ihr für einen Moment die Augen und lasst den Soundteppich (aus Automaten-Geräuschen und Musik) auf euch wirken, werdet ihr euch gleich ein paar Jahrzehnte zurückversetzt fühlen. Mehr Nostalgie geht kaum.

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Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die Getränkepreise sehr fair kalkuliert wurden (ein Bier kostet 1,50 Euro). Gerade wenn man wie wir, Münchner Preise gewohnt ist, wird man hier angenehm überrascht. Wir können auch nicht ganz ausschließen, dass die günstigen Getränkepreise, bei uns zu einem etwas erhöhten Alkoholkonsum geführt haben, was unseren positiven Gesamteindruck noch zusätzlich verstärkte. Aber natürlich werdet ihr hier auch ohne Alkoholgenuss voll auf eure Kosten kommen.

Um euch das Flair des RetroGames e.V. auch visuell näher zu bringen, haben wir natürlich wieder ein kurzes Video für euch, auf unserem YouTube-Kanal, online gestellt. Viel Spaß dabei. Wer jetzt ebenfalls ein bisschen Spielhallen-Luft schnuppern möchte, sollte dem Club schleunigst einen Besuch abstatten. Es lohnt sich. Versprochen!

Die letzten Spielhallen – Teil 2

Posted in by Retrozocker, Meinung on 18. Januar 2013 by Retrozocker

Im zweiten Teil unserer Serie, möchten wir euch ein weiteres Refugium der Spielhallen-Kultur vorstellen und diesmal müsst ihr nicht extra bis nach Portugal reisen, um endlich wieder mal an einem klassischen Spielautomaten zu daddeln.

Im beschaulichen Örtchen Rodenbach, in der Nähe von Frankfurt am Main, befinden sich die Räumlichkeiten des For Amusement Only e.V. – For Amusement Only ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der vornehmlich alte Spiel- und Unterhaltungsautomaten sammelt, restauriert und repariert. Die instand gesetzten Schätzchen sind aber keinesfalls nur den Vereinsmitgliedern vorbehalten. In regelmäßigen Abständen öffnet der Verein seine Pforten und interessierte Zocker dürfen selbst Hand an die Spielgeräte legen. Anfassen und Bespielen ist hier ausdrücklich erlaubt.

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Ausgestellt werden aber nicht nur klassische Videospiel-Automaten oder mechanische Spielzeuge. In den Räumlichkeiten des For Amusement Only e.V. findet ihr eine große Anzahl an Pinball-Automaten, aus verschiedenen Zeitperioden. Flipper-Fans werden sich hier wie im Paradies fühlen.

Wer sich für alte Spielautomaten begeistern kann, sollte dem For Amusement Only e.V. schleunigst einen Besuch abstatten. Der nächste Tag der offenen Tür ist bereits am 2. Februar 2013. Leider ist auf der Webseite der Betreiber aber ebenfalls zu lesen, dass der Verein zum 30.06.2013 aus seinen angestammten vier Wänden ausziehen muss. Wir hoffen inständig, dass die Suche nach einer neuen Lokation von Erfolg gekrönt wird. Es wäre doch eine Schande, wenn die Automaten in irgendeinem hessischen Schuppen einstauben würden.

Die letzten Spielhallen – Teil 1

Posted in by Jelzinretro, Meinung on 18. Januar 2013 by Retrozocker

Es ist mal wieder an der Zeit für eine neue Serie. Diesmal befassen wir uns mit dem anhaltenden Aussterben der einstmals so beliebten Arcades, und damit meine ich sicherlich nicht die abgedunkelten Spielhallen, die mit ihren Geldspiel-Automaten heutzutage eher zwielichtige Gestalten oder Spielsüchtige anziehen.

Hält man seine Augen offen und kuckt genau hin, so findet man (vor allem im Ausland) nach wie vor Videospiel-Automaten, die dem Trend der Next-Gen-Konsolen hartnäckig widerstanden haben und Retro-Gamern wie uns, immer wieder ein nostalgisches Lächeln ins Gesicht zaubern. Zu diesem Thema präsentiere ich euch einen weiteren Urlaubs-Bericht unseres Redakteurs Yasin, von der portugiesischen Insel Madeira:

Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Wer eine Reise tut, der kann etwas erleben.“ In diesem Fall habe ich im Urlaub eine Schifffahrt von Madeira aus auf die Nachbarinsel Porto Santo unternommen und dabei völlig überraschend eine kleine, aber feine Retro-Arcade entdeckt.

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Falls ihr ebenfalls vorhabt, auf die im Atlantik gelegene Blumeninsel Madeira zu reisen, möchte ich euch dringend empfehlen (wenn ihr genug von Flora und Fauna habt und mal einen schönen Tag am Strand verbringen möchtet) auf die Nachbarinsel Porto Santo zu schippern. Außer der Hauptattraktion, dem ca. sieben Kilometer langem, goldgelben Traumstand, kann man nämlich auf der Schifffahrt dorthin, eine etwas versteckte Spielhalle an Bord der Porto-Santo-Line-Fähre bewundern.

Wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt, war ich äußerst erstaunt, als ich beim Betrachten des Übersichtsplans auf der Fähre, neben dem üblichen Schnickschnack, wie Bordcafe, Kino usw., plötzlich das Wort „Arcade“ las. Neugierig geworden, steuerte ich direkt in die unterste und hinterletzte Ecke des Schiffes (war ja klar!) und entdeckte zu meinem Erstaunen eine wirklich nette Arcade, mit ca. zehn astreinen Retro-Spielautomaten.

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Gezockt werden durften hier hauptsächlich Rennspiele, wie z.B. Daytona USA, GTI Club oder Thrill Drive, aber auch Beat-em-Up-Perlen wie Crime Fighters 2, Rolling Thunder 2 oder Virtua Fighter gab es hier zu sehen. Besonders erfreulich war, dass sich alle Automaten in einem spielbereitem und technisch einwandfreien Zustand befanden. Die Dauer der Überfahrt verging dank dieser Überraschung wirklich wie im Flug, aber wer weiß. Vielleicht schippern ja noch mehr dieser schwimmenden Arcades auf unseren Weltmeeren herum.