Archive for the Retro-Remakes Category

Shaq Fu Returns

Posted in by Retrozocker, Retro-Remakes on 14. März 2014 by Retrozocker

Die Karriere des amerikanischen Basketball-Profis Shaquille O´Neal endete bereits vor einigen Jahren. Allerdings dürfte bei altgedienten Zockern beim bloßen Erwähnen dieses Namens noch etwas klingeln. Die Rede ist natürlich von der grandiosen Spielspaßgurke Shaq Fu (u.a. für Mega Drive und SNES).

Diese kuriose Mischung aus Beat-em-Up und Action-Adventure floppte bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, Anfang der 90er-Jahre, grandios. Der Grund hierfür war sicherlich die fürchterliche Spielbarkeit und der daraus resultierende, unmenschliche Schwierigkeitsgrad.

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Wer sollte sich also ernsthaft ein Remake dieses Machwerks (für PS3 und Xbox 360) wünschen? Ich bestimmt nicht, aber eine Handvoll unerschrockener Retro-Zocker ist da wohl anderer Meinung. Anders ist es sich nicht zu erklären, dass kürzlich auf der Crowdfunding-Webseite indiegogo ein Projekt zur Veröffentlichung einer Fortsetzung vorgestellt wurde. Das Ziel von 450k $ ist zwar noch lange nicht erreicht, aber die Kampagne endet erst in mehr als einem Monat.

Wer sich also ernsthaft für einen Nachfolger interessiert, zückt nun schleunigst seine Kreditkarte und begibt sich auf die bereits erwähnte Webseite. Unerschrockene besorgen sich diese Katastrophe gebraucht, und überprüfen, ob das Original seinem schlechten Ruf wirklich gerecht wird.

Die seltensten Spiele der Welt – Teil 3

Posted in by Retrozocker, Rare Games, Retro-Remakes on 18. Mai 2012 by Retrozocker

Im dritten Teil unserer Serie, die seltensten Spiele der Welt, kommen wir nun endlich zu dem Spiel, das wohl unbestritten als rarstes Juwel der Videospiel-Geschichte gilt.

Die Rede ist natürlich von Kizuna Encounter, einem klassischem 2D-Prügler von SNK, für die Automaten-Konsole Neo Geo AES. Bevor ihr jetzt aber hastig eure Brieftaschen zückt, um euch das Modul als Wertanlage bei Ebay zu besorgen, sollte ihr unbedingt beachten, dass allein die europäische PAL-Variante als seltenes Sammlerstück gilt und nicht die wesentlich besser verfügbare japanische oder amerikanische Version.

Aber zuerst ein bisschen was zur Entstehungsgeschichte des Titels. Kizuna Encounter – Super Tag Battle, wie das Spiel mit vollem Namen heisst, erschien 1996. Zu dieser Zeit existierten bereits NextGen-Konsolen, wie die PlayStation oder Segas Saturn, die eindrucksvoll zeigten, dass moderne Videospiele vor allem die dritte Dimension beherrschen sollten, um beim anspruchsvollen Publikum anzukommen. Dagegen wirkte SNKs altmodisches Beat-em-Up doch reichlich angestaubt. Zudem bedienten sich die Entwickler nur allzu offensichtlich bei Genre-Grössen wie Street Fighter oder King of Fighters. Alles in allem also nicht die besten Voraussetzungen, für einen Kassenschlager.

Zwar holte der Titel technisch noch mal einiges aus der betagten Konsole heraus, aber spielerisch hob sich Kizuna Encounter einfach zu wenig von der (vor allem hauseigenen) Konkurrenz ab. Was also macht dieses Spiel so exklusiv, dass zahlungskräftige Sammler dazu bereit sind, mehrere Tausend Dollar auf den Tisch legen, um an ein Exemplar zu kommen?

Die Begründung hierfür ist genau so simpel, wie sagenumwoben. Angeblich schaffte es nämlich gerade mal ein einziger Karton (a´ zwölf Exemplare) des Moduls nach Europa. Die Nachfrage nach einem Spiel dieser Machart war aus den zuvor genannten Gründen sehr gering, aber etwas mehr als eine Handvoll Exemplare des Spiels hätten sich bestimmt auch hierzulande an den Mann bringen lassen. SNK sah sich aufgrund eines Brandschadens in einem Warenlager allerdings dazu gezwungen, den Grossteil der ursprünglichen Lieferung zurück zu ordern. Schliesslich waren Speicherchips zu dieser Zeit extrem teuer und die Absatz-Chancen dieses mittelprächtigen Prüglers waren im eigenen Land um ein vielfaches höher, als im schwindenden, europäischen Markt.

Die zurückgeorderten Module wurden Gerüchten nach zu urteilen kurzerhand recycelt, mit einem japanischen Label versehen und neu verpackt. Diese halbherzige Massnahme verhalf dem Titel zwar auch nicht mehr zum Erfolg, aber die künstlich hergestellte Exklusivität der PAL-Version von Kizuna Encounter machte dieses Spiel zum begehrtesten Sammlerstück der Videospiel-Geschichte. Bis dato tauchten übrigens gerade mal sechs Exemplare des Spiels auf und die letzte öffentliche Auktion endete 2004 bei einem Verkaufspreis von sage und schreibe 12.500 $(!).

Durchgespielt – Monkey Island 2 Special Edition

Posted in by Jelzinretro, Retro-Remakes, Test on 20. Juli 2010 by Retrozocker

Fans klassischer Adventures werden sich wehmütig an die 80er und 90er Jahre zurückerinnern. Dies war bekanntermassen die Glanzzeit der Point n’ Click Adventure Ära (vor allem aus dem Hause LucasArts). Klassiker wie Maniac Mansion, Zak McKracken, Indiana Jones, und vor allem Monkey Island kannte jeder, der auch nur einen Funken Interesse für Computerspiele hegte. Leider versiegte der Nachschub an Spielen dieses Genres Mitte der 90er zunehmend. LucasArts stellte die Produktion von Adventures ein und beschränkte sich in den folgenden Jahren fast komplett darauf, Games rund um das Star Wars Universum auf den Markt zu bringen.

Wer diese Tatsache wie wir traurig zur Kenntnis nehmen musste, darf nun erneut die Sektkorken knallen lassen. Wie wir bereits berichteten, hat sich LucasArts hat vor einiger Zeit entschlossen, die legendäre Monkey Island Reihe in aufgehübschter Form neu aufzulegen. Nach dem Erfolg des ersten Teils (The Secret of Monkey Island), ist nun endlich auch die Special Edition von Monkey Island 2 – LeChuck´s Revenge, als Download-Titel erhältlich und ich darf wohl ohne Übertreibung behaupten, dass es sich bei dieser Episode ohne Zweifel um eines der besten Adventures aller Zeiten handelt.

Da es vom Gameplay her im Grunde nichts zu verbessern gab, wurde bei diesem Remake vor allem Wert auf eine zeitgemässe HD-Optik gelegt und auch der Sound wurde dank witziger Sprachausgabe und einer filmreifen Musikuntermahlung gehörig aufpoliert. Nostalgiker dürfen jederzeit per Knopfdruck zwischen der Original Grafik und der HD-Optik hin und her wechseln. Außerdem könnt Ihr zu einzelnen Szenen eine separate Tonspur, mit dem Audiokommentar der Kult Entwickler Ron Gilbert, Tim Schäfer und Co hinzuschalten. Auch ein nettes Trophäen-System wurde mit eingebaut.

Wir haben uns das Remake für knappe 10,- EUR natürlich bereits heruntergeladen und „mal kurz“ durchgespielt. Hier ist unser Fazit: Monkey Island 2 macht Spaß wie eh und je. Wie schon oft festgestellt, kann die Kombination aus alten Klassikern und neuer Technik durchaus eine feine Kombination ergeben. Die HD-Optik macht einiges her und wirkt wie eine Frischzellenkur, für die etwas angestaubte Bitmap Grafik des Originals. Technisch wurde also gute Arbeit geleistet. Die Rätsel sind gewohnt abgedreht und der typische Monkey Island Humor zündet auch nach all den Jahren noch, wie am ersten Tag. Auf Xbox 360 und PS3 gibts bis auf die etwas fummelig geratene Pad-Steuerung nichts zu meckern, auch wenn die Steuerungsmechanik im Vergleich zur Special Edition des ersten Teils deutlich verbessert wurde. Am besten navigiert sich aber die PC-Version (via Maus), die nun sogar auf Netbooks, bis auf wenige Ruckler, ganz ordentlich läuft.

Wir können nur hoffen, dass bald auch weitere Lucas Arts Klassiker den Weg auf Next Gen Konsolen bzw. aktuelle PCs finden werden. Loom next please!

Durchgespielt – Mega Man 10

Posted in by Jelzinretro, Retro-Remakes, Test on 16. April 2010 by Retrozocker

Wir schreiben das Jahr 2010. Fast alle klassischen Charaktere der Videospielgeschichte, egal ob Mario, Sonic, Pac Man oder Guybrush Threepwood, haben mittlerweile den Sprung in die 3D Welt geschafft. Alle mit mehr oder weniger Erfolg. Dieser folgenschwere Schritt blieb leider auch Capcoms blauem Vorzeige Hüpfer Mega Man nicht erspart. Allerdings dürften die eher unbekannten Spin Offs Mega Man Legends 2 (Playstation) oder Mega Man X: Command Mission Game (Nintendo Game Cube) nur absoluten Hardcore Fans der Serie ein Begriff sein. Zum Glück entschieden sich die japanischen Entwickler unlängst dazu, den offiziellen zehnten Teil der Mega Man Serie wieder im bewährten 8-Bit Stil auf den Markt zu bringen. Das Spiel ist ab sofort als Download, bei den Plattformen der aktuellen Konsolen Generation erhältlich (Xbox Live, PlayStation Network Store und Wii Ware).

Bereits Mega Man 9 (ebenfalls für alle drei Download Plattformen) sorgte 2008 bei Retro Fans für wahre Freudensprünge. Ganz bewusst wurde bereits bei diesem Teil auf hochauflösende Grafik und Orchestralsound verzichtet.


Im jetzt erschienenen zehnten Teil müssen Mega Man und sein Kumpel Proto Man erneut die Welt vor Dr. Wilys durchgedrehten Robotern retten. Die Story wird wie immer in einem liebevoll gemachtem Anime Intro, inklusive der obligatorischen Standbilder (nix Videos!), erzählt. Schon das Intro zeigt deutlich, daß sich zum Vorgänger glücklicherweise fast nichts verändert hat. Der Look orientiert sich deutlich an den erfolgreichen NES Vorgängern.

Die Spielgrafik kommt (wie zu besten 8-Bit Tagen) schön pixelig daher und sogar das Bildschirmformat in 4:3 schmeichelt dem puristischen Auge. Der Sound ist wie gewohnt herrlich retro und piepsig, auch wenn es die Melodien nicht ganz mit dem Ohrwurm Charakter des direkten Vorgängers aufnehmen können.

Beim ersten Anspielen fiel sofort der gewohnt abartig hohe Schwierigkeitsgrad auf. Schon auf der Stufe „Normal“, ist das Spiel bockschwer und Otto Normalzocker dürfte in den meisten Leveln wohl nicht mal den Endgegner zu Gesicht bekommen. Fairerweise wurde jedoch erstmalig ein „Easy- Mode“ eingebaut, der auch Nicht Profis das eine oder andere Erfolgserlebnis gönnt. Außerdem lässt euch das Spiel erneut die Wahl, in welcher Reihenfolge ihr die acht Spielabschnitte bestreiten möchtet. So bekommt man zumindest alle Level mal zu Gesicht.


Ebenfalls auswählen dürft Ihr, mit welchem Spielcharakter ihr ins Gefecht ziehen wollt. Zur Auswahl stehen Mega Man (welch Überraschung), Proto Man oder Bass. Letzter allerdings nur als zusätzlicher Downloadable Content für 2,- EUR Aufpreis. Für weitere 1,50 EUR gibt’s übrigens noch ein zusätzliches „Special Stage“.

Alles in allem wieder mal exzellent angelegte 13,50 EUR. Ein Traum für Retrospieler wäre natürlich eine zusätzlich erhältiche Disketten- oder Modul Variante (samt Verpackung und Booklet) für eine klassische Spielemaschine. Naja, mal abwarten, was der hoffentlich bald folgende elfte Teil zu bieten hat.