Archive for the Thema Category

Ralph Baer verstorben

Posted in by Retrozocker, Thema on 13. Dezember 2014 by Retrozocker

Der Erfinder der ersten kommerziellen Spielkonsole, Ralph Baer, verstarb letztes Wochenende im Alter von 92 Jahren.

Nachdem er seine Heimat Deutschland vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs unfreiwillig verlassen musste, hätte wohl niemand ernsthaft daran geglaubt, dass dieser Junge später einmal als Vater der Videospiele in die Geschichte eingehen sollte. Auch nachdem der technikbegeisterte Baer in seiner neuen Heimat USA als Ingenieur bei einem Rüstungsunternehmen anheuerte, deutete viele Jahre nichts auf seinen ausgeprägten Spieltrieb hin.

Während einer langweiligen Busfahrt, Mitte der 60er Jahre, soll Ralf Baer der Legende nach allerdings die geniale Idee von der Verknüpfung von Unterhaltungsspielen und Fernsehgeräten gekommen sein. Der Rest ist Geschichte. Nachdem ihm sein Arbeitgeber dann tatsächlich ein kleines Budget für die Vermarktung dieser Vision zur Verfügung stellte, veröffentlichte Baer zusammen mit dem Fernsehgerätehersteller Magnavox 1972 die erste Spielkonsole namens Odyssey.

Besitzer dieses Technik-Wunderwerks durften dann in ihren eigenen vier Wänden simple Sport- und Gesellschaftsspiele auf ihrem Fernseher zocken (die allesamt frappierend an das Urspiel Pong erinnerten). Natürlich noch in Schwarz-Weiß, mit bunten Folien, die auf den TV-Bildschirm gepappt wurden.

Da sich Ralph Baer seine Spielidee nicht patentieren ließ, machten spätere leider andere den großen Reibach (wie zum Beispiel Atari-Erfinder Nolan Bushnell). Der Titel „Vater der Videospiele“ dürfte allerdings für immer mit dem Namen Ralph Baer verknüpft sein.

WASD – Texte über Games

Posted in by Retrozocker, Retrogames, Thema on 11. Juli 2012 by Retrozocker

Nachdem die Print-Variante des GEE-Magazins nur noch in sehr unregelmäßigen Abständen erscheint, habe ich mich fast schon damit abgefunden, dass die prophetische Vorhersage von Dr. Egon Spengler („Gedrucktes ist tot“) nun tatsächlich Realität zu werden scheint.

Kultige Spielemagazine wie die Power Play, die Videogames oder der Amiga-/ PC Joker mussten längst die Segel streichen und „modernen“ Magazinen Platz machen, in denen es hauptsächlich darum geht, möglichst früh über den kommenden Blockbuster zu berichten oder aber die zigste Fortsetzung eines Fliessband-Shooters über den grünen Klee zu loben. Kritische Rezensionen oder nerdige Artikel über weniger populäre Genre-Vertreter sucht man hier oft vergebens. Ich persönlich verfolgte mittlerweile lieber Blogs im Internet, die von privaten Zockern betrieben werden. Da kommerzielle Interessen hier zumeist keine Rolle spielen, habe ich deshalb am ehesten den Eindruck, besser und vor allem unabhängiger informiert zu werden.

Aber kommen wir nun zur eigentlichen News-Meldung. Am 21. Juni erschien die erste Ausgabe des nagelneuen Magazins WASD (Ego-Shooter-Spielern dürften diese Tastenkombination bekannt vorkommen). Die Macher der Zeitschrift beschreiben ihr Magazin wie folgt:

„WASD ist ein Essaymagazin, das alle sechs Monate in einer kleinen Auflage erscheint. Das Magazin ist eigentlich ein Bookzine, also eine Mischung aus Buch und Magazin. Dieses Bookzine sieht schön aus und macht eine gute Figur im heimischen Bücherregal. Die WASD ist ein nischiges Premiumprodukt. Sie riecht hervorragend, liegt gut in der Hand, das Gewicht und die angenehme Kühle des Umschlags sorgen für ein wohliges Gefühl.“

Die Beschreibung „Premium“ trifft in diesem Fall auch absolut zu, denn den Preis des sogenannten Bookzines kann mit 14,50 Euro wahrlich nicht als günstig bezeichnet werden. Ich habe mir die Erstausgabe (Titel-Story: Tasty Trash – Schlechte Spiele und warum wir sie lieben) trotzdem bestellt und freue mich nun auf ein Lesevergnügen fernab von dem, was man momentan in den Regalen der Zeitschriftenläden finden kann. Mut zum Risiko sollte auf jeden Fall belohnt werden. Mehr Infos hierzu findet ihr auf wasd-magazin.de

Super Potatoe Store

Posted in by Jelzinretro, Retrogames, Retrokonsolen, Thema on 29. April 2012 by Retrozocker

Anlässlich seines Japan-Trips kam unser Redakteur Jelzin natürlich nicht umhin, Tokyos Nr. 1 unter den Retro Videospiele Läden, dem über Japans Grenzen hinaus bekannten Super Potato Store, einen knapp dreistündigen Besuch abzustatten. 400,- EUR ärmer, aber um eine schöne Erfahrung reicher, hat er den Laden wieder verlassen. Lest nun seinen kurzen Erfahrungsbericht:

Wer in Japan auf der Suche nach hierzulande raren (Retro-) Software-Perlen ist, dem dürfte der Super Potato Store bereits ein Begriff sein. In vielen Berichten diverser Fachzeitschriften, die sich mit Videogame-Shopping in Japans Hauptstadt beschäftigen, fällt der Name dieses herrlich nerdigen Shops regelmässig. Höchste Zeit also, den Laden endlich einmal persönlich zu besuchen.

Der Super Potato Store befindet sich (wo auch sonst) in Akihabara, dem Elektronik Mekka Tokyos. Der Laden ist auch für Touristen nicht allzu schwer zu finden. Man steigt an der Haltestelle Akihabara aus und folgt der Beschilderung „Exit – Akihabara“, „Elektronic City“ in der Bahnhofshalle. Für den restlichen Weg sollte man sich vielleicht via Google Maps einen groben Umgebungsplan ausdrucken, da es für Gaijins nicht ganz einfach ist, sich in den Strassen Tokyos anhand der Strassenschilder zu orientieren (bekanntermassen gibt es in Tokyo ohnehin selten Strassenschilder, und wenn, sollte man mit japanischen Schriftzeichen vertraut sein). Nach etwa 5 Minuten Fussmarsch solltet ihr das Geschäft erreicht haben. Äusserlich ist der Super Potato Store aufgrund der knalligen Retro Deko leicht auszumachen.

Hat man diese erste Hürde erst einmal geschafft, steht euch der 7. Himmel der Videospiel Unterhaltung offen! Auf zwei Etagen könnt Ihr euch dann nach Herzenslust mit exotischem Gaming Schnick-Schnack eindecken, für das ihr bei Ebay ein wahres Vermögen ausgeben müsstet.

Die Auswahl ist schlichtweg atemberaubend. Spielkonsolen und Games sind für fast jedes, jemals erschiene System (in unterschiedlichen Zuständen) vorhanden. Vom losen Game Boy Modul, für gerade mal 50 Cent, bis zum Original verschweissten Sammlerstück für 1.000,- EUR, ist nahezu alles vorhanden, was das Zockerherz begehrt. Es ist wirklich sagenhaft. Es ist so ziemlich egal, wonach ihr gerade sucht. Für nahezu jedes System werdet Ihr eine so breite Auswahl vorfinden, als befände sich die Konsole gerade auf dem Höhepunkt Ihrer Lebensspanne.

Sehr schön ist auch, dass die Spiele offensichtlich vorher getestet und gesäubert werden, bevor sie im Ladenregal landen und verschweisst werden. Jedenfalls hatten wir bei unseren ca. 25 gekauften Titeln kein einziges defektes Spiel dabei, was man sich natürlich auch wünscht, nachdem man wieder in der Heimat angekommen ist. Man kann die Spiele ja schlecht wieder umtauschen.

Ein Wort noch zu den Preisen. Ihr braucht im Super Potato Store nicht erwarten, auf wirkliche Schnäppchen zu stossen (mal abgesehen davon, dass japanische Spiele in ihrem Heimatland natürlich günstiger zu bekommen sind, als bei uns), denn erstens weiss man dort äusserst genau, was die Spiele wert sind und zweitens bekommt man hier kaum minderwertige Ramschware angedreht. Wie gesagt verkauft der Laden wirklich gut erhaltene Spiele bzw. Konsolen, die auch noch liebevoll in Plastikfolie verpackt werden, bevor sie zum Verkauf angeboten werden.

Ein Tip noch zum Schluss. Die Spiele sind im Laden zwar nach Alphabet und Konsolen sortiert, allerdings gestaltet sich die Suche natürlich etwas schwierig, wenn Ihr der japanischen Sprache nicht mächtig seid. Wenn Ihr also die Möglichkeit habt, solltet Ihr im Vorfeld eurer Reise Screenshots von den Spielverpackungen oder Modulen ausdrucken. Wendet euch mit dieser Suchhilfe einfach an das hilfsbereite Personal (die meisten sprechen Englisch) und ihr spart euch eine Menge Zeit. Vor allem, wenn Ihr vorhabt, mehrere Titel zu kaufen (und wer hat das nicht vor, wenn er den Super Potato Store besucht?).
Wer also irgendwann die Möglichkeit hat, in Tokyo auf Shopping-Tour zu gehen und auch nur einen Funken Interesse für klassische Videospiele hegt, muss dem Super Potato Store unbedingt einen Besuch abstatten. Wer nach der Einkaufsorgie dann noch etwas Geld übrig hat, kann seine restlichen Kröten noch in der kleinen, aber feinen Arcade (mit jeder Menge klasssicher Spielautomaten) im obersten Stock ausgeben. Bei einem kühlen Bier oder einer Cola von der Hausbar könnt ihr euren Einkaufstag dann entspannt ausklingen lassen und eure ergatterten Schätze in Ruhe begutachten. Der Super Potato Store hat übrigens 7 Tage die Woche für euch geöffnet.

Mehr Infos findet ihr unter www.superpotato.com

Was macht eigentlich…..? – Teil 1: Boris Schneider-Johne

Posted in by Retrozocker, Thema on 3. März 2010 by Retrozocker

Beim Blättern in alten Spielezeitschriften und dem Lesen der launigen Rezessionen der damaligen Redakteure, kam mir die Idee zu einer neuen Serie für Retovideogames mit dem Namen, „Was macht eigentlich……?“.

In der Frühzeit der Spiele Branche steckte die Berichter-stattung in den Medien, genau wie die ganze Industrie, noch merklich in den Kinderschuhen. Die Redakteure der wenigen Zeitschriften setzten sich grösstenteils aus „Nerds“ der ersten Stunde und leidenschaftliche Spielern zusammen. Aber genau dieser Enthusiasmus und die ehrlich gemeinte Begeisterung machten meiner Meinung nach den Unterschied zur heutigen, doch recht interessengesteuerten und von der Industrie vereinnahmten Berichterstattung aus. Das Hobby der elektronischen Spiele im Allgemeinen stellte zu dieser Zeit definitiv eine Randerscheinung dar und es versprühte, speziell für mich, den Reiz einer neuen und frischen Jugendbewegung. In der ersten Folge unserer neuen Serie möchte ich euch deshalb eines DER Urgesteine des deutschen Computer- und Videospiele Journalismus vorstellen – Boris Schneider-Johne.

Viele unter euch dürften den damals noch sehr milchgesichtigen Spieletester Boris Schneider (wie er damals noch hiess) wohl am ehesten als leitenden Redakteur und Mitbegründer des mittlerweile leider eingestellten Multiformat Magazins Power Play her kennen. Allerdings begann die steile Karriere des vielseitig begabten Multitalents Boris Schneider-Johne bereits in den frühen Achtziger Jahren. Damals arbeitete er zusammen mit einem Schulfreund an einem Schnell-Lade Programm für den C64 namens Hypra Load, das er wenig später dem damals recht erfolgreichen Spielemagazin Happy Computer zur Verfügung stellte.

Das war quasi die Initialzündung für seine weitere Karriere in der Spiele Branche. Nach weiteren selbst gebastelten Programmen und Artikeln als freier Redakteur, landete er wenig später als fester Mitarbeiter in der Redaktion von so namhaften Zeitschriften wie dem 64ér Magazin und der bereits oben genannten Happy Computer. In dieser Zeit lernte er auch seinen späteren Weggefährten und kongenialen Kollegen Heinrich Lenhardt kennen, mit dem er in den weiteren Jahren noch etliche Male sehr erfolgreich zusammenarbeiten sollte (mehr zu Heinrich Lenhardt erfahrt ihr in der nächsten Folge von „Was macht eigentlich?“).

Weniger bekannt ist allerdings, daß Schneider-Johne in den Jahren darauf, als er bereits Mitglied des Gründungs-Teams der neuen Zeitschrift Power Play geworden war (1990), einer der führenden Köpfe hinter der deutschen Übersetzung von so denkwürdigen Point-and-Click Adventures wie Maniac Mansion, Zak Mc Kracken oder Monkey Island (Teil 1 und 2) gewesen ist. Er war maßstäblich dafür verantwortlich, daß vor allem die Monkey Island Reihe auch hierzulande mittlerweile zu Recht absoluten Kultstatus erreicht hat.

Genau in dieser Zeit verabschiedete sich Boris Schneider-Johne kurzzeitig aus der Medienlandschaft und arbeitete daraufhin als Leiter der deutschen Marketing- und Übersetzungsabteilung von Lucasfilm Games (heute Lucasarts) und u.a. als Produzent für den deutschen Publisher Rainbow Arts (u.a. Vertreiber der Turrican Reihe). Nach diesem kurzen Intermezzo in der Spiele-Industrie kehre Boris allerdings schnell wieder zurück in die schreibende Zunft und war in den nächsten Monaten und Jahren zum Beispiel für das Sega exklusive Magazin Gamers und natürlich die legendäre Power Play, als freier Redakteur tätig. Zu Beginn der Neunziger Jahre gründete er dann zusammen mit Heinrich Lenhardt das erfolgreiche PC Spiele-Magazin PC Player, das er bis 1996 an die Spitze der Beliebtheits-Skala, der Leser führte.

Danach hatte er allerdings endgültig die Schnauze voll von den immer gleichen Spieletests und der wachsenden Kommer-zialisierung der Branche und verabschiedete sich endgültig in Richtung der Hersteller, nämlich zu Microsoft. Hier ist er seit dieser Zeit erfolgreich als Produkt Manager für die Xbox Serie in Deutschland (Xbox und Xbox 360) tätig.

Ich hoffe euch hat unser erster Ausflug in die Geschichte der Computer- und Videospiele Berichterstattung gefallen und ihr freut euch bereits auf die nächsten Teile dieser Serie. Hinter-lasst uns doch einfach einen Kommentar im Gästebuch oder meldet euch kostenlos in unserem Forum an und schreibt uns, was ihr an dieser Stelle in Zukunft lesen wollt und welche, eurer Meinung nach einflussreichen Spieletester Erwähnung finden sollten.

Weitere Infos zu Boris Schneider-Johne findet ihr unter:

www.dreisechzig.net (Weblog)

www.kultboy.com (Interview mit Boris)

Was macht eigentlich…..? – Teil 2: Heinrich Lenhardt

Posted in by Retrozocker, Thema on 3. März 2010 by Retrozocker

Nachdem ich euch im ersten Teil unserer „Was macht eigenlich….?“ Reihe das Branchen-Urgestein  Boris Schneider-Johne vorgestellt habe (der mittlerweile als Produkt Manager für die Xbox Reihe bei Microsoft tätig ist) sollten fachkundige Retrogamer eigentlich bereits geahnt haben, welcher gleichermassen renommierte Spieleredakteur dieses Mal unsere Beachtung finden wird.

Die Rede ist natürlich von keinem Geringeren als Heinrich Lenhardt, dem langjährigen Weggefährten und Kollegen von Boris Schneider-Johne. Auch Lehnhardt wusste bereits in sehr Jungen Jahren, daß seine weitere berufliche Planung fest mit der Spielebranche verbandelt sein würde. Nachdem er in den frühen 80er Jahren bereits einige Artikel und Tests für das beliebte Commodore Magazin 64ér verfasst hatte, packte ihn das Spielefieber dermassen, daß er einige Jahre später, nämlich 1984, bereits hauptberuflich beim Heimcomputer Magazin Happy Computer als Redakteur anheuerte. Kurz darauf wurde Heinrich sogar die Fachverantwortung für den noch recht überschaubaren Spiele-Teil übertragen, in dem hauptsächlich Titel für die damals erhältlichen Computer-Systeme (u.a. C64, Schneider (bzw. Amstrad) CPC oder Atari 400/800) vorgestellt wurden.

Anfang der 90er Jahre, als sich ein Sonderheft der Happy Computer namens Power Play bereits nach kurzer Zeit grösster Beliebtheit erfreute, entschloss sich der damalige Markt & Technik Verlag folgerichtig dazu, aus eben dieser Powerplay ein eigenständiges Magazin zu machen, welches sich nicht nur mit Spielen für Heimcomputer, sondern auch für die zum damaligen Zeitpunkt erhältlichen Spielekonsolen befassen sollte. Dies war die Geburtsstunde eines der ersten (und erfolg-reichsten) Multiformat Magazine im deutschsprachigen Raum. Heinrich Lenhardt, der erste Chefredakteur der Powerplay, hatte einen grossen Anteil an dem Erfolg dieser langlebigen Zeitschrift und begeisterte die Leser mit seiner frischen und witzigen Art zu schreiben. Gefallen haben mir vor allem seine zynischen und teilweise bissigen Kommentare zu misslungenen Titeln, die in dieser unverblümten Art wohl heute nicht mehr abgedruckt werden würden. Damals war die Spielewelt eben noch in Ordnung…

Nach einigen Unstimmigkeiten mit der Verlagsleitung entschied sich Lenhardt aber bereits 1992 dazu, lieber als freier Redakteur für verschiedene Zeitschriften, wie die  Videogames, das Sega exklusive Magazin Gamers oder die PC Review zu arbeiten. Und erneut kam es zu einer Zusammenarbeit mit seinem alten Freund und Kollegen Boris Schneider-Johne, mit dem zusammen er wenig später das neue PC Spiele-Magazin PC Player gründen sollte. Dank dieser bereits kampferprobten Kooperation mauserte sich diese Zeitschrift in den Jahren darauf zum beliebtesten und meist verkauften PC Magazin Deutschlands und erschien bis Ende 2001 regelmässig einmal im  Monat.

Bereits vor dem jähen Ende der PC Player (1998) entschied sich Lenhardt allerdings, Deutschland den Rücken zu kehren und erneut als freier Redakteur und Auslandskorrespondent zuerst in den USA und später in Kanada für verschiedene Zeitschriften tätig zu sein (z.B. die Gamepro). Nach seiner kurzfristigen Rückkehr nach Deutschland, wo er unter anderem die Leitung des Massive Multiplayer Online Game Portals buffed.de übernahm, erklärte Heinrich 2008 ein für alle Mal das Ende seiner Wanderjahre und entschloss sich endgültig dazu, nach Vancouver (Kanada) auszuwandern. Aktuell ist Lenhardt nach wie vor für das oben genannte Internet Portal tätig und beglückt uns weiterhin mit seinen Artikeln und Berichten zu Neuerscheinungen im Bereich der Online Spiele.

Für mich zählt Heinrich Lenhardt neben Boris Schneider-Johne zu einem der wichtigsten Wegbereiter für die deutschsprachige Computer- und Videospiele Berichterstattung. Dank seiner launigen und stets kritischen Artikel, blättere ich bis heute immer wieder gerne in alten Zeitschriften und amüsiere mich köstlich über die eine oder andere Spielegurke aus vergangenen Zeiten. Wenn ihr jetzt ebenfalls Lust bekommen habt, wieder mal in einer der oben genannten Magazine zu schmökern, dann kann ich euch nur wärmstens die beiden Online Portale http://www.kultpower.de und http://www.kultboy.com ans Herz legen. Hier findet ihr zahlreiche Spieletests (in Form von Scans) aus legendären Zeitschriften wie der Powerplay oder der ASM.

Weitere Infos zu Heinrich Lenhardt findet ihr unter:

www.lenhardt.net (Weblog)

Lenhardt bei Twitter

Was macht eigentlich…..? – Teil 3: Michael Hengst

Posted in by Retrozocker, Thema on 3. März 2010 by Retrozocker

Nachdem wir uns in den ersten beiden Episoden von „Was macht eigentlich…..?“ bereits ausführlich mit den beiden Spiele-Tester Urgesteinen  Boris Schneider-Johne und   Heinrich Lenhardt befasst haben, wollen wir euch diesmal einen nicht minder charismatischen Weggefährten, der selben Ära, etwas genauer vorstellen – die Rede ist von Michael Hengst.

Der nach eigenen Aussagen grösste Mario Hasser der Welt, begann seine Karriere als Fach-Journalist allerdings höcht unkonventionell und unterscheidet sich somit nicht nur optisch deutlich von den beiden oben genannten Koriphäen. Auf Anraten seiner Eltern absolvierte Hengst nach der Schule erstmal eine „anständige“ Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei einem Fachbetrieb für Farben, Tapeten und Bodenbeläge. Anschliessend war er dann für kurze Zeit in einem grossen Baumarkt als Einkäufer tätig und es deutete zu diesem Zeitpunkt eigentlich nichts darauf hin, daß er nur wenig später zu einem der Mitbegründer der deutschsprachigen Computer- und Videospiele Berichterstattung (wie wir sie heute kennen) werden sollte. Aber eins nach dem anderen..

Die private Begeisterung für elektronische Spiele (vor allem das Genre der Rollenspiele hatte es ihm angetan) sollten Michael nun endlich dazu veranlassen, seinen weiteren Werdegang deutlich in diese Richtung zu lenken. Nach dem kurzen Intermezzo in der Baustoff Branche arbeitete er zunächst als Verkäufer in einem Hamburger Geschäft für Computer Software (u.a. führte der Laden natürlich auch Spiele). Hier muss ihn dann wohl endgütlig das Spiele-Virus infiziert haben. Schliesslich dauerte es daraufhin nicht mehr lange, und er bewarb sich bei dem neu gegründeten Multiformat Magazin Power Play als Spiele-Redakteur und er wurde aufgrund seines fundierten Wissens über Rollenspiele und seiner flotten Schreibweise auch prompt engagiert.

Der Sympathieträger Michael Hengst war daraufhin etliche Jahre für die legendäre Power Play (zeitweise sogar als Chefredakteur) und das spätere Tochter-Magazin Videogames tätig. Ich erinnere mich noch gut an seine launigen Rezensionen und seine teilweise bissigen Kommentare zu einigen Super Mario Episoden. Seine Abneigung gegenüber Nintendos Vorzeige-Klempner (die ich nicht im vollen Umfang teilen kann), habe ich ja bereits erwähnt. Nachdem er sich allerdings mit der damaligen Verlagsleitung endgültig überworfen hatte, zog es ihn auf die andere Seite der Branche, nämlich in Richtung Spiele-Entwicklung und Produktion.

In seinen frühen Jahren als Entwickler werkelte er u.a. an so bekannten Spielen wie Buck Rogers (PC, 1992), Wizardry 7 (PC, 1992) und Landstalker (Mega Drive, 1994), jeweils in verschiedenen Funktionen. Später heuerte er beim österreichischen Spiele Publisher JoWooD an und kümmerte sich hier um Titel wie Future Tactics (Multiformat, 2004), Ski Racing 2006 (Multiformat 2006) oder Panzer Elite Action (Multiformat, 2005). So verwundert es auch nicht, dass Michael Hengst bis heute als unabhängiger Spiele-Entwickler erfolgreich für verschiedene Firmen tätig ist. Der verrückten Zeit als Journalist trauert er zwar nach eigenen Aussagen ein wenig nach, aber mittlerweile ist er angesichts der kritischen Situation der Print-Medien heilfroh über seinen Schritt in Richtung Entwicklung von Computer- und Videospielen. Ich mochte Michaels Schreib-Stil auf jeden Fall immer sehr und seine witzigen Resumes brachten mich oft zum Schmunzeln. Umso trauriger ist es, dass er der schreibenden Zunft bis heute den Rücken gekehrt hat.

Weitere Infos zu Michael Hengst findet ihr unter:

www.kultboy.com (Interview von 2008)

www.spieleentwickler.org (kurzer Steckbrief)

www.tane-uma.de (private Hompage der Hengsts)

Was macht eigentlich…..? – Teil 4: Winnie Forster

Posted in by Retrozocker, Thema on 3. März 2010 by Retrozocker

Nachdem wir euch in den vorangegangenen Teilen unserer „Was macht eigentlich“ Reihe bereits mit so charismatischen Spiele Testern wie Heinrich Lenhardt oder Boris Schneider-Johne bekannt gemacht haben, wollen wir euch in der aktuellen Folge einen etwas introvertierteren, aber keinesfalls weniger bedeutsamen Vertreter dieser Zunft vorstellen. Die Rede ist von Winfried „Winnie“ Forster.

Obwohl Winnie bereits 1990 beim legendären Multiformat Magazin Powerplay anheuerte, kann man ihn wohl nicht mehr als direkten Mitbegründer der deutschsprachigen Computer- und Videospiele Berichterstattung bezeichnen. Diese Ehre wird vielmehr den oben genannten Urgesteinen gerecht. Dennoch aber sollte sich Forster in den folgenden Jahren zu einem der einflussreichsten und kompetentesten Redakteure seiner Branche entwickeln. Aber alles schön der Reihe nach..

Winnies Start als professioneller Spiele Redakteur kann getrost als konventionell bezeichnet werden. Anders als sein späterer Kollege Michael Hengst, entschied er sich gleich nach dem Abi und der erfolgreichen Absolvierung seines Zivildiensts dazu, sich direkt beim Markt und Technik Verlag zu bewerben. Er hielt sich also nicht lange damit auf, einen „normalen“ Beruf zu erlernen oder gar mit einem Studium zu beginnen (um es kurz danach wieder abzubrechen). Allerdings wurde ihm der Start nicht gerade leicht gemacht und er musste sich seine ersten Sporen in der illustren Powerplay Redaktion erst hart verdienen. Der damalige Chefredakteur Anatol Locker erkannte aber das Potential, das in dem jungen Schreiberling steckte und beförderte ihn bereits nach einem Jahr zum leitenden Redakteur.

1991 entschloss sich der Markt und Technik Verlag aufgrund der immer beliebter werdenden Spielkonsolen dazu, ein neues Videospiele Only Magazin namens Video Games auf den Markt zu bringen. Als aber kurz darauf die leitenden Redakteure Lenhardt und Locker wegen interner Unstimmigkeiten den Verlag verliessen, nutze Winnie seine Chance und wechselte zur vielversprechenden Video Games Redaktion. Nicht zuletzt dank seines Einflusses und seiner kritischen Tests, entwickelte sich das Magazin in den Jahren darauf zum unangefochtenen Marktführer. Ich denke nicht nur für mich, war die Video Games DIE uneingeschränkte Entscheidungshilfe, beim Kauf von neuen Videospielen.

Aber bekanntermassen ist nichts für die Ewigkeit und so schickte sich Forster ab 1993 zusammen mit seinem Kollegen Martin Gaksch dazu an, ein eigenes, neues Magazin für Videospiele auf die Beine zu stellen. Die Rede ist von der bis Heute existierenden MAN!AC. Dank dieser mutigen Entscheidung erlangte Winnie endlich mehr Unabhängigkeit und konnte so eigene Ideen, wie beispielsweise das erfolgreiche Internet Forum MAN!AC Online, realisieren. Parallel arbeitete Forster in dieser Zeit zudem als freier Redakteur für Magazine wie die PC Player oder die Bravo Screenfun.

2002 hatte Winnie Forster aber endgültig genug vom Spiele Redakteur Dasein und gründete seinen eigenen Fachbuch Verlag GAMEplan, den er bis Heute leitet. Hier erschienen in den folgenden Jahren so bekannte Werke wie Spielkonsolen von 1972 bis 2009, Joysticks oder das Lexikon der Computer- und Video- Spielmacher.

Mir persönlich blieben Winnies unkonventionelle Spiele Tests in guter Erinnerung, auch wenn ich einige seiner eigenwilligen Beurteilungen manchmal nicht ganz nachvollziehen konnte (für Probotector am NES nur ein knappes GUT?). Aber gerade sein individueller Geschmack hat Forster immer ausgezeichnet und die erfolgreichen GAMEplan Bücher gehören sowieso in das Regal eines jeden Fans, von klassischen Computer- und Videospielen.

Weitere Infos zu Winnie Forster findet ihr unter:

www.gameplan.de

Spieleveteranen Podcast